Gemeinsame europäische Projekte
Worum geht es?
Gemeinsame europäische Projekte werden federführend von Universitätskonsortien organisiert und durchgeführt. Sie können aber auch nicht-akademische Partner wie öffentliche und private Firmen, Geschäftsorganisationen, Verbände, öffentliche Behörden oder Sozialpartner einschließen.
Es bestehen derzeit 4 Typen Gemeinsamer europäischer Projekte:
- Lehrplanentwicklung (Curricula): Projekte der Lehrplanentwicklung konzentrieren sich auf Lehrinhalte und -methoden in den Hochschuleinrichtungen der Partnerländer. Ihr Ziel ist es auf der einen Seite neue Kurse zu erstellen oder vorhandene zu aktualisieren und auf der anderen Site die Fähigkeiten der Lehrkräfte zu erhöhen. An der Lehrplanentwicklung können Lehrkräfte, Studenten, aber auch andere Entscheidungsträger teilnehmen.
- Hochschulmanagement: Hier geht es um Projekte die sich mit der Umstrukturierung des Managements, Organisation und Leitung der Universitäten befassen - Verwaltung, Personalmanagement, Finanzen, aber auch Bibliothekarwesen und ähnliches. Unternehmen und Wirtschaftsakteure, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen, können hier ebenfalls einbezogen werden.
- Institution Building: Hiermit ist der potentielle Einfluss der Universitäten auf die Reformprozesse in den Partnerländern angesprochen. Wissen und Erfahrung der Universitäten soll auf Institutionen außerhalb der Hochschule übertragen werden, also auf Nicht-akademisches Personal im öffentlichen oder privaten Sektor. "Praktikanten" aus Ministerien und öffentlichen Behörden, Sozialpartner, Medien, Handelskammern, Verbänden, Unternehmen und Nichtregierunsorganisationen können hier einbezogen werden.
- Netzwerkprojekte (Multiplikatorprojekte): Hier handelt es sich um die Verbreitung von Erfahrungen. Bewährte Praxis soll bekannt gemacht werden: einen größtmöglichen Kreis von Akteuren erreichen, die nicht an Tempusaktionen beteiligt waren. Dabei wird Wert auf die Teilnahme unterschiedlicher Kreise gelegt: Bildungsinstitutionen, Ministerien, Berufsverbände. Mindestens 5 Partner müssen teilnehmen, wobei mindestens zwei aus unterschiedlichnen EU Ländern und 2 aus einem Partnerland kommen müssen. Ebenfalls sollten mindestens drei Universitäten mit Erfahrung in Reformprojekten beteiligt sein.
Finanzierung und Dauer
Gemeinsame Europäische Projekte erhalten maximal 500.000 Euro für 3 Jahre oder 300.000 Euro für 2 Jahre. Diese Mittel können für folgende Kosten eingesetzt werden: Personalkosten, Reise- und Aufenthaltskosten, Ausrüstung, Kosten für Veröffentlichugen und gewisse andere Kosten. Es gelten im Einzelnen jedoch detaillierte Bestimmungen, die es beim DAAD
oder der Europäischen Stiftung für Berufsbildung
zu erfragen gilt.
Bewerbungsverfahren und Fristen
Anträge gehen grundsätzlich an die European Training Foundation
, wobei es ratsam ist, sich vorab über Einzelheiten bei der nationalen Agentur, dem DAAD
zu erkundigen.
Bei einem Gemeinsamen Europäischen Projekt (GEP) stellt einer der Projektpartner im Namen aller Beteiligten den Projektantrag. Vertragsnehmer (verantwortlich für die Finanzabwicklung) kann nur ein Partner aus einem EU-Mitgliedstaat sein. Anträge werden von der Europäischen Kommission und der Europäischen Stiftung für Berufsbildung geprüft.
Die nächste Antragsfrist ist der 28. April 2008 - für Projekte. Antragsformulare und andere Hintergrundinformationen finden Sie unter Ausschreibungen, Dokumente, Formulare
.
Der Erfolg eines Projektes hängt natürlich entscheidend von der Einbindung und Unterstützung der Universitätsführung ab. Dies muss sich im Antrag deutlich wiederspiegeln.
Wer berät mich?
Zentraler Ansprechpartner im Land ist der sogenannte Tempus National Contact Point. In Deutschland ist dies der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD)
. Vor Ort, an der Uni, kann mich sich auch bei den Tempus-Koordinatoren der Hochschulen
informieren.
Während die Europäische Kommission grundsätzlich für Tempus verantwortlich ist, bietet vor allem die European Training Foundation
(Europäische Stiftung für Berufsbildung in Turin) Beratung und technische Hilfe. Bei ihr gehen auch die Anträge ein. Detaillierte Adressen finden sich unter Ansprechpartner, Adressen und Links
.