Gemeinschaftsinitiative Urban
Worum geht es?
Die Gemeinschaftsinitiative URBAN unterstützt europäische Städte bei der Lösung ihrer wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Probleme. Ziel von Urban ist die modellhafte Förderung integrierter, gebietsbezogener Ansätze zur Entwicklung krisenbetroffener Stadtteile in ganz Europa. Austausch von Information und Erfahrungen im Bereich nachhaltiger städtischer Entwicklung stehen dabei mit im Vordergrund.
Welche Kriterien für eine Stadt?
Gefördert werden Städte mit einer Einwohnerzahl von mindestens 20.000, in Ausnahmefällen 10.000 Personen. Stadtgebiete müssen mindestens drei der folgenden Kriterien aufweisen:
- Hohe Langzeitarbeitslosenquote
- Geringe Wirtschaftstätigkeit
- Hohes Armutsniveau und erhöhtes Maß an Ausgrenzungen
- Besonderer Umstellungsbedarf aufgrund lokaler wirtschaftlicher und sozialer Schwierigkeiten
- Hoher Anteil an Einwanderern, ethnischen Minderheiten oder Flüchtlingen
- Niedriges Bildungsniveau, erhebliches Defizit an Qualifikationen in der Bevölkerung und hohe Schulaussteigerraten
- Hohe Kriminalitätsrate
- Problematische Bevölkerungsentwicklung
- In besonderem Maße geschädigte Umwelt
Was für Programme / Schwerpunkte?
Es geht um integrierte Entwicklungsprogramme, die in die Gesamtstrategie der Stadt eingebettet sind und an deren Realisierung möglichst viele für die Entwicklung des Stadtteils relevante Akteure mitwirken sollen. Programme müssen sich mit einem der folgenden Aktionsschwerpunkte auseinandersetzen:
- Renovierung von Gebäuden in Verbindung mit der Schaffung dauerhafter Beschäftigungsmöglichkeiten, einer besseren Integration der lokalen Bevölkerung, des Umweltschutzes und der allgemeinen Verbesserung der städtischen Lebensbedigungen.
- Örtliche Beschäftigungsinitiativen zur Schaffung von Arbeitplätzen im Bereich von Umwelt, Kultur und Dienstleistungen für die Bevölkerung. Das Prinzip der Chancengleichheit für Männer und Frauen sollte dabei besondere Beachtung finden.
- Verbesserung der Bildungs- und Fortbildungssysteme für ausgegrenzte Bevölkerungsgruppen.
- Verbesserung umweltfreundlicherer Verkehrssysteme.
- Förderung der Entwicklung leistungsfähigerer Energiemanagementsysteme und der Erschließung erneuerbarer Energiequellen.
- Erschließung des Potentials der Technologien der Informationsgesellschaft im wirtschaftlichen und sozialen Bereich sowie in der Umwelt.
- Jedes URBAN-Programm umfaßt außerdem Maßnahmen zur Förderung des Austauschs und der Verbreitung von Erfahrungen und Informationen auf dem Gebiet der wirtschaftlichen und sozialen Wiederbelebung krisenbetroffener Städte.
Teilnehmende Städte
Für eine Förderung im Rahmen von URBAN II, das heisst den Programmzeitraum von 2000-2006, wurden zwölf deutsche Programmgebiete ausgewählt. Die 12 Urban II - Städte sind:
- Berlin
- Bremerhaven
- Dessau
- Dortmund
- Gera
- Kassel
- Kiel
- Leipzig
- Luckenwalde
- Mannheim/Ludwigshafen
- Neubrandenburg
- Saarbrücken
Finanzierung
Für die Initiative URBAN stehen im Zeitraum 2000-2006 Mittel in Höhe von 728,3 Millionen zur Verfügung. Insgesamt stellt URBAN II in Deutschland rund 148,7 Mio. Euro zur Verfügung. Die finanzielle Unterstützung kann in Ziel-1-Gebieten bis zu 75 % und in Ziel-2-Gebieten bis zu 50 % der Gesamtkosten des URBAN-Programms ausmachen. Des weiteren können Kredite der Europäischen Investitionsbank (EIB) eingeräumt werden.
Wer berät mich?
Da die Auswahl der Städte für den Zeitraum bis 2006 bereits getroffen wurde, können sich Städte und Stadtteile derzeit nicht bewerben.
Allgemeine Information zu Urban gibt es beim Urbannetzwerk
und beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, das für die Gesamtumsetzung von Urban in Deutschland verantwortlich ist.
Wer sich über Beteiligungschancen in den derzeit geförderten und ausgewählten Urbanstädten erkundigen will, sollte dies direkt bei der Stadt und dem zuständigen Urbanbüro tun. Unter Ansprechpartner, Adressen und Links
finden Sie die Website und Adressen der einzelnen Urbanstädte. Wir haben dort ebenfalls direkte Links zu Kurzbeschreibungen der einzelnen Urbanstädte aufgeführt.
Um sich einen Überblick von Projektideen und Projektmöglichkeiten zu verschaffen oder Anregungen für Stadtentwicklungsprojekte zubekommen, lohnt es - sich neben den Urban II-Städten - auch einen Blick auf die Projekte der Urban I - Städte
zu werfen. Das sind die Projekte, die im zurückliegenden Förderzeitraum zwischen 1994-1999 unterstützt wurden.